Ihr erster Impuls: jeden Hafen mitnehmen. Wer das zwanzig Mal gemacht hat, macht das Gegenteil — und der Tag auf See ist der Grund, warum er wiederkommt.
Buchen Sie Ihre erste Kreuzfahrt, machen Sie wahrscheinlich, was fast alle machen: den Häfen hinterherjagen. Neun Stopps in elf Nächten, weil dort die Fotos sind.
Dann kommen Sie heim und brauchen Urlaub vom Urlaub.
Irgendwann in der zweiten Hälfte konnten Sie nicht mehr sagen, welche Altstadt das gute Gelato hatte und welche den Mann mit den Armbändern. Sie verschwimmen. Sechs Stunden an Land, um neun vom Schiff, um fünf zurück, sonst fährt es ohne Sie. Sie haben nicht neun Orte gesehen. Sie haben sie im Schnelldurchlauf abgehakt.
Was dem Neuling niemand sagt: Wer das zwanzig Mal gemacht hat, bucht im Stillen das Gegenteil. Diese Leute suchen die Tage auf See. Manche buchen Kreuzfahrten, die fast nur daraus bestehen.
Cunards Queen Mary 2, Southampton nach New York — und erfahrene Kreuzfahrer buchen sie mit Absicht
Die Route, die Profis wirklich wollen
Zweimal im Jahr wechseln Schiffe ihr Revier. Im Frühjahr verlassen sie die Karibik Richtung Mittelmeer und segeln im Herbst zurück — und dorthin zu kommen heißt, einen Ozean zu überqueren.
Das sind Repositionierungskreuzfahrten, und sie bestehen überwiegend aus Seetagen — fünf, sechs, manchmal mehr am Stück. Sie gehören auch zum Günstigsten pro Nacht, das Sie je finden werden, und sie füllen sich mit Wiederholungstätern, die genau wissen, was sie kaufen: Zeit. Sortieren Sie eine Route auf GoCruiseTravel.com nach Preis pro Nacht, und die seetagreichen Überquerungen steigen ganz nach oben.
Die Transatlantiküberquerung ist die reinste Form. Cunards Queen Mary 2 fährt typischerweise sieben Nächte zwischen Southampton und New York, mit sechs vollen Tagen auf See und keinem einzigen Hafenstopp. Keine Ausflüge zu buchen. Kein Tenderboot um 7 Uhr. Nur ein sehr großes, sehr gutes Schiff und der offene Atlantik.
Der Neuling sieht eine leere Route und gerät in Panik. Der Profi sieht sie und atmet aus.
Das Schiff zeigt sich erst, wenn Sie aufhören, es zu verlassen
Dafür gibt es einen Grund, und er ist fast peinlich, sobald man ihn erkennt: An einem Hafentag sind Sie kaum an Bord. Um neun raus, um fünf zurück, um zehn schon im Bett. Sie haben ein schwimmendes Resort bezahlt und es als Hotel mit Parkplatz in sieben Städten genutzt.
Der Seetag ist die einzige Zeit, in der das, was Sie eigentlich gekauft haben, voll geöffnet ist. Der Pool, der überlaufen ist, wenn Sie zum Tenderboot hetzen. Die Thermalliegen, um die sich um 10 Uhr niemand streitet, weil das halbe Schiff an Land ist. Das zweistündige Mittagessen, das Sie sich mit wartendem Bus nie gönnen würden.
Seetage sind auch die Tage, an denen das Schiff Sie am liebsten an Bord hat — Spa, Casino und Spezialitätenrestaurants machen ihr bestes Geschäft, wenn es sonst nirgends etwas auszugeben gibt. Das ist keine Warnung. Es heißt nur: Das Gute ist offen, besetzt und wartet, und Sie teilen Ihre Aufmerksamkeit nicht mit einer Stadt.
Ein Hafen zeigt Ihnen etwas Neues. Ein Seetag zeigt Ihnen, was Sie wirklich gebucht haben.
Wie sich ein Seetag tatsächlich anfühlt
Kein Wecker, weil es nichts gibt, wofür man zu spät kommen könnte. Sie wachen auf, wenn das Licht es tut.
Sie tragen einen Kaffee aufs oberste Deck, bevor die Liegen voll sind, und da draußen ist nichts — keine Küste, keine Skyline, nur das Kielwasser, das sich hinter dem Schiff abspult, und ein Horizont, der in jede Richtung gleich aussieht. Der Pool hat genau die Temperatur, bei der das Aussteigen wie ein Fehler wirkt. Das Mittagessen passiert, wann immer Sie es beschließen. Das Nickerchen auch.
Gegen drei haben Sie vergessen, welcher Wochentag ist. Das ist das Produkt.
Der ehrliche Haken
Seetage sind kein geschenkter Gewinn, und das falsche Schiff ruiniert einen.
Stapeln Sie sechs davon auf einem überfüllten Megaschiff, und der Tag wird zum Revierkampf um Liegestühle und 40 Minuten Warten auf einen Burger. Die Schiffe, die ihre Seetage verdienen, sind die mit einem Ort zum Verschwinden, wenn alle an Bord sind — echter Raum, ruhige Ecken, mehr als ein Platz zum Sitzen. Es lohnt sich, ein paar Schiffe auf GoCruiseTravel.com direkt zu vergleichen, bevor Sie eines buchen, das fast nur aus Seetagen besteht. Auf einer seetagreichen Kreuzfahrt zählt auch die Kabine mehr: Der Balkon, den Sie in einer hafenvollen Woche verschwenden würden, verdient jeden Euro, wenn die Aussicht der ganze Sinn ist.
Wie viele sollten Sie also wollen
Sie müssen keinen Ozean überqueren, um das zu testen. Ist es Ihre erste Kreuzfahrt, hören Sie einfach auf, den Seetag als das tote Stück zwischen den guten Stücken zu behandeln.
Buchen Sie einen mit Absicht. Planen Sie nichts. Spüren Sie nach, wie Sie sich um drei Uhr nachmittags fühlen, barfuß und ohne Ziel.
Lohnen sich Seetage auf einer Kreuzfahrt?
Ja — sie trennen eine Reise, die Sie überstanden haben, von einer, die Sie wiederholen würden. Von Häfen erzählen Sie anderen. Seetage sind der Grund, warum Profis weiter buchen.
Die Häfen machen die Fotos. Die Seetage machen die Kreuzfahrer.
