Istanbul ist die einzige Stadt, in der dein Kreuzfahrtschiff in Europa festmachen kann, während du von der Reling aus direkt nach Asien blickst. Die meisten Schiffe legen heute am Galataport in Karaköy an — 15 Minuten zu Fuß über die Galata-Brücke nach Sultanahmet — und die unterirdische Ankunftshalle spuckt dich zwei Blocks vom Tram entfernt aus.
Fast jedes Kreuzfahrtschiff, das Istanbul anläuft, legt am Galataport an, dem modernen Terminal, das 2021 in Karaköy eröffnet wurde. Es ist ein echter Liegeplatz, längsseits, ohne Tender — das Schiff macht am Bosphorus fest, du gehst von Bord in eine unterirdische Zollhalle, eine Rolltreppe hinauf und auf die Kemankeş Caddesi. Vom Terminaltor sind es rund 1,2 km zu Fuß über die Galata-Brücke nach Eminönü, dann weitere 800 m bergauf zu Ayasofya (Hagia Sophia) und Sultan Ahmet Camii (Blue Mosque). Eine Handvoll älterer oder größerer Schiffe lässt dich noch immer am Sarayburnu Pier auf der Sultanahmet-Seite raus — flachere Strecke, 700 m zum Topkapı, aber das Terminalgebäude ist rudimentär. So oder so liegst du in Gehdistanz zur Altstadt, was für einen Kreuzfahrthafen wirklich selten ist.
Die ehrliche Einordnung eines Istanbul-Anlaufs: Du schaffst nicht alles. Ayasofya, Sultan Ahmet Camii, Topkapı, Kapalıçarşı (Grand Bazaar), Yerebatan (Basilica Cistern), eine Bosphorus-Tour und der Galata-Turm ergeben zusammen rund 18 Stunden Sightseeing, gequetscht in 8–10 Hafenstunden. Wähle zwei große Sehenswürdigkeiten in Sultanahmet (Ayasofya ist frei, Topkapı und die Zisterne kosten Eintritt), iss in einer meyhane in Karaköy oder Eminönü zu Mittag und nimm entweder die T1-Tram zwischen den Vierteln oder akzeptiere den Fußmarsch. Lass die Ganztages-Bosphorus-Touren weg, es sei denn, du warst schon einmal in Istanbul — sie fressen die Zeit, die du an Land brauchst. Moscheen schließen für Nicht-Betende während fünf täglicher Gebetsfenster von etwa 30–45 Minuten; prüf den Zeitplan auf dem Handy, bevor du dich anstellst.