Kailua-Kona ist die trockene, sonnige Postkartenseite von Big Island — die Hälfte, die man sich vorstellt, wenn jemand «Hawaii» sagt, und das Gegenteil des Regenwald-Hilo neunzig Meilen östlich. Schiffe legen hier nicht an; sie ankern vor der Küste und bringen die Passagiere per Tender zum Kailua Pier mitten in der Stadt. Steigt man vom Tender, steht man schon auf dem Aliʻi Drive, und das ist der ganze Reiz: eine zu Fuß begehbare Uferstraße aus historischen Gebäuden, Kaffeebars und Schnorchelbooten, mit dem Kona-Kaffeegürtel und dem Mauna Kea im Hochland für jeden, der bereit ist, ein Auto zu mieten.
Kailua-Kona ist ein Tenderhafen, und diese Tatsache prägt den ganzen Tag. Der Hafen ist zu flach und zu ungeschützt für Kreuzfahrtschiffe, also ankern sie in der offenen Reede vor der Stadt und setzen Rettungsboote ein — oder vertraglich gebundene örtliche Boote — zum Kailua Pier, einem kurzen Betonpier direkt am Anfang des Aliʻi Drive. Das Tendern läuft hier meist reibungslos, weil die Kona-Küste bekanntlich ruhig und windgeschützt ist, aber «meist» trägt in diesem Satz Gewicht: Sind Dünung oder Wind ungünstig, lassen die Schiffe Kona ganz aus, und niemand erfährt es bis zur Morgendurchsage. Das passiert ein paar Mal pro Saison. Wenn es aber läuft, dauert die Tenderfahrt fünf bis zehn Minuten und setzt einen mitten in einer arbeitenden Stadt ab, ohne dass ein Shuttle nötig wäre.
Die ehrliche Einordnung: Konas Stadtkern ist klein, und den historischen Teil sieht man in einem entspannten halben Tag zu Fuß. Der Aliʻi Drive verläuft am Wasser entlang, vorbei am Hulihe'e Palace, einer zum Museum gewordenen königlichen Sommerresidenz, und an der Mokuaikaua Church, der ältesten christlichen Kirche der Inseln, beide nur wenige Gehminuten vom Pier entfernt. Die größeren Gründe für einen Besuch liegen außerhalb der Stadt und brauchen Räder oder eine Tour: das Captain Cook Monument und das Schnorcheln in der Kealakekua Bay südlich der Stadt, der Kona-Kaffeegürtel, der über Holualoa die Hänge hinaufzieht, der Puʻuhonua o Hōnaunau, der Zufluchtsort weiter unten an der Küste, und — wenn das Schiff lange bleibt — die Gipfelstraße hinauf zum Mauna Kea. Anders als Hilo, das alle in den Volcanoes-Nationalpark schickt, ist Konas Anziehungspunkt die Küste selbst: warm, trocken und zum Schnorcheln gemacht, nicht für Krater.