Lyttelton ist der Hafen, der so tut, als wäre er nicht Christchurchs Hafen. Die Schiffe legen in einer arbeitenden Hafenstadt an, umringt von vulkanischen Hügeln, und die Stadt selbst liegt 20 Minuten entfernt durch einen Tunnel — nah genug, dass die Gangway weniger nach Ankunft als nach Zwischenstopp wirkt.
Lyttelton selbst ist eine kleine, salzverkrustete Hafenstadt: Containerkräne, ein paar gute Cafés, Hügel, die direkt ins Wasser abfallen. Die Erdbeben von 2011 trafen den Ort hart, und er trägt die Reparaturen noch sichtbar. Die meisten Kreuzfahrtgäste verweilen hier nicht — sie zielen auf Christchurch, 20 Minuten mit Shuttle oder Taxi durch den Straßentunnel, der sich unter die Port Hills bohrt. Dieser Tunnel ist die ganze logistische Geschichte des Tages: Es gibt keine schnellere Küstenstraße, und die Shuttle-Schlange am Pier ist der Eintrittspreis.
Christchurch ist eine Stadt, die flachgelegt und in aller Öffentlichkeit wieder aufgebaut wurde. Das Zentrum ist eine seltsame, lehrreiche Mischung aus leeren Grundstücken, Straßenkunst, einer Kathedrale aus Pappe, die eigentlich nur vorübergehend sein sollte und trotzdem steht, und den Botanic Gardens, die die Erdbeben kaum berührten. Man kann mit einer restaurierten Straßenbahn eine Runde drehen, am Avon River entlanggehen oder einen Shuttle zum International Antarctic Centre beim Flughafen nehmen — Christchurch ist Neuseelands Tor zum Eis und steht dazu. Mit mehr Zeit sind Akaroa, ein französisch geprägtes Dorf auf der Banks Peninsula etwa 90 Minuten entfernt, oder die TranzAlpine-Bahn über die Southern Alps die Tagesausflüge, an die sich Leute wirklich erinnern. Alles andere ist eine Frage, wie viel des Tages man im Bus verbringen will.