Roatán ist die längere, ruhigere Cousine von Cozumel — dasselbe Mesoamerikanische Riff, halb so viel Infrastruktur, doppelt so viele Fragen, an welchem Pier man eigentlich angelegt hat.
Das Erste, was man über Roatán verstehen muss, ist: Die Antwort auf praktisch jede Frage — was kostet das Taxi, wie weit ist es zum Strand, was lässt sich zu Fuß erreichen, lohnt der Shuttle der Landausflugs-Tour — hängt davon ab, an welchem der zwei Piers ihr festgemacht habt. Carnival-Schiffe legen in Mahogany Bay an (eine eingezäunte, gepflegte Carnival-Corporation-Anlage, kürzlich in „Isla Tropicale" umbenannt, samt Sessellift hinunter zu einem Privatstrand). Royal Caribbean, NCL, MSC und der Großteil aller übrigen legen am Town-Center-Pier in Coxen Hole an, der euch in eine echte honduranische Stadt entlässt. Beide sind ungefähr 20–30 Minuten Taxi vom West Bay Beach entfernt — jenem halbe-Meile langen, puderfeinen Sandstreifen, wegen dem die meisten überhaupt kommen.
Das Tauchen ist die eigentliche Schlagzeile. Roatán liegt am gleichen Barriereriff wie Cozumel, was Steilwandtauchgänge, Drift-Tauchgänge und eine Sicht bedeutet, die einem alle anderen Reviere verleidet — und das zu spürbar günstigeren Preisen als in Cozumel. Der Preis dafür ist das, was Cozumel sich in dreißig Jahren aufgebaut hat: durchgängig asphaltierte touristische Infrastruktur. Außerhalb der Kreuzfahrt-Zonen und West End/West Bay erwartet Roatán, dass ihr wisst, was ihr tut — oder dass ihr auf einer organisierten Tour seid, die es weiß. Das ist kein Grund, Roatán zu überspringen. Sondern einer, es zu planen.