Papeete ist der seltene Südpazifikhafen, an dem man vom Schiff steigt und sich bereits in der Innenstadt befindet — kein Tenderboot, kein Shuttle, keine halbe Stunde im Bus. Die Hauptstadt von Tahiti rückt Markt, Uferpromenade und Taxis auf einen ebenen Fünf-Minuten-Fußweg von der Gangway.
Die meisten Kreuzfahrtrouten behandeln Papeete nur als Wendehafen — der Ort, an den man fliegt, an Bord geht und kaum sieht. Das ist ein Fehler, denn die Stadt selbst belohnt die wenigen Stunden, die man ihr schenkt. Marché de Papeete, der zweistöckige städtische Markt, ist der naheliegende erste Halt: Vanille, Monoï-Öl, schwarze Perlen und Pareus im Erdgeschoss, gekochtes Essen und Erzeugnisse im Obergeschoss — und alles am besten vor 9 Uhr, bevor sich die Kreuzfahrtmenge hineinschiebt. Ein kurzer Weg an der Uferpromenade führt zum Place Vaiete, wo sich jeden Abend les roulottes — die einheimischen Foodtrucks — aufbauen: gegrillter Fisch, Bratnudeln und Crêpes zu Preisen, die nach tahitianischem Maßstab fast vernünftig wirken.
Jenseits der Stadt ist Tahiti größer und leerer, als die Leute erwarten. Der Leuchtturm von Pointe Venus markiert den Strand aus schwarzem Sand, an dem Captain Cook den Venusdurchgang beobachtete; das Papenoo-Tal schneidet ins Landesinnere Richtung Wasserfälle und vulkanisches Rückgrat der Insel; und das Blasloch von Arahoho an der Nordküste tut genau das, was sein Name verspricht, wenn der Schwell stimmt. Nichts davon ist billig — Französisch-Polynesien lebt davon, alles zu importieren, und die Preise zeigen es —, aber Schiffe bleiben häufig über Nacht in Papeete, und das ist das eigentliche Geschenk: ein zweiter Tag oder ein langer Abend statt der üblichen Acht-Stunden-Hetze.