Die Schiffe machen am Portas do Mar fest, einem Marina- und Terminalkomplex, der einen fünf Gehminuten von Ponta Delgadas schwarz-weißer Altstadt entfernt absetzt — kein Shuttle, keine Taxiverhandlung, einfach die Gangway hinunter und man ist da.
Ponta Delgada ist die Hauptstadt von São Miguel, der größten Insel der Açores, einem Archipel, das zu Portugal gehört, aber näher an nichts Bestimmtem liegt — tausend Meilen draußen im Atlantik. Die Stadt selbst ist kompakt und hübsch: basaltgesäumte Kirchen, Mosaikgehwege, ein Fort und genug Cafés mit billigem Espresso und Ananaskuchen, um einen Vormittag zu füllen. Aber fast niemand kommt wegen der Stadt hierher. Man kommt wegen dem, was eine dreißig- bis sechzigminütige Fahrt entfernt liegt.
Die Insel ist vulkanisch, grün und so wild fotogen, dass Leute, die die Açores nie in Betracht gezogen hätten, plötzlich Flüge heraussuchen. Sete Cidades sind Zwillingskraterseen — einer blau, einer grün, je nach Licht und der Legende, die man glaubt. Lagoa do Fogo ist ein dritter See weiter oben, oft in Wolken gehüllt. Furnas hat heiße Quellen und einen Eintopf, cozido, der in Töpfen in den Boden gelassen und von vulkanischer Hitze gegart wird. Es gibt eine Teeplantage, Gorreana, die einzige Europas, und Ananas, die unter Glas wächst. Der Haken: Das Wetter von São Miguel wechselt stündlich, und der Kraterrand, den man im Sonnenschein fotografiert hat, kann vierzig Minuten später in dichtem Nebel liegen. Plane dafür, kämpf nicht dagegen.